Schwarmintelligenz

 

(Bild kommt noch)

 

 

Wie komme ich am schnellsten zum Futter?

Wenn sich eine Ameise alleine mit dieser Frage beschäftigte, fände sie nie den kürzesten Weg dorthin. Nur gemeinsam mit ihrem Schwarm kann sie diese Aufgabe lösen. Dafür benötigen die Ameisen keinen Anführer, der sagt, wo es langgeht, sondern spezielle Regeln, die sie befolgen. Der Schwarm organisiert sich selbst:

Schwarmintelligenz 

nennt man das. Das hübsche Bild oben zeigt noch mehr. Gemeinsam können kleine Ameisen auch große Lasten tragen.

 

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In der   letzten Kommunalwahl 2009 haben, die Wählerinnen und Wähler dieses Prinzip auch für den Rat der Stadt Gronau angeordnet, als Sie die absolute Mehrheit einer Partei nach deren fast 20jähriger Alleinherrschaft abgeschafft haben.

Das war eine kluge Entscheidung. Sachorientierte Arbeit und Wettbewerb der Ideen waren die Folge.

Es ist eine Erfahrung aus 40jähriger Arbeit im Rat dieser Stadt, dass mit der absoluten Mehrheit und damit der Herrschaft einer einzigen Partei im Rat ein Weniger an Demokratie fast zwangsläufig verbunden ist. Dabei machte es im Prinzip keinen Unterschied, ob in der Vergangenheit diese absolute Mehrheit von der CDU oder der SPD gestellt wurde.

Um nicht mißverstanden zu werden, das soll nicht heißen, dass eine dieser Parteien undemokratisch wäre. Sie sind nicht mehr oder weniger demokratisch als die anderen Parteien und Wählergruppen in Gronau auch.

Bei all diesen Parteien und Wählergruppen ist es aber so, dass der innerparteiliche Meinungsbildungsprozess bestimmten Regeln folgt und diese Regeln sind in der Praxis durchaus unterschiedlich.

Die zuvor erwähnte 40jährige Beobachtung der politischen Realitäten in Gronau hat gezeigt, dass die jeweils regierenden Mehrheitsparteien immer nur von wenigen Personen beherrscht wurden. Kraft deren absoluter Mehrheit im Rat wurde daraus folgend nicht selten dann das beschlossen, was in Wahrheit nur sehr wenige Personen wollten.

Hier hat vor 5 Jahren mit der damaligen Wahlentscheidung der Gronauer Bürgerinnen und Bürger ein Veränderungsprozeß begonnen, dessen Wirkung mittlerweile offenkundig ist. Es gab keine Mehrheitspartei und kein festgefügtes Mehrheitsbündnis im Rat und das war auch nicht notwendig.

Die Folge war nämlich, dass Sachargumente die Diskussionen und die Wege zum Ergebnis prägten. Sicher ist auch richtig, dass nicht immer die Entscheidungswege kurz waren und auch nicht immer die besten Argumente den Ausschlag gaben und auch manche Entscheidung hinsichtlich ihrer Richtigkeit dennoch in Zweifel gezogen werden darf. Aber die Anzahl richtiger Entscheidungen hat sich gegenüber früher deutlich erhöht. Problemlösungen, die bei absoluten Mehrheiten keine oder kaum eine Chance gehabt hätten (zB Gesamtschul-Kompromiß, Kauf des Hertie-Gebäudes) wurden auf den Weg gebracht. Überprüfungen verwaltungsinterner Bereiche (zB Jugendamt, Rock- und Pop-Museum GmbH, Kulturbüro GmbH) wurden veranlaßt. Auch das war in früheren Zeiten nicht denkbar und wurde deshalb unterlassen. Die in den vergangenen Jahren erzielten Prüfungsergebnisse waren aussagekräftig und führten zu Veränderungen.

Auch das Verwaltungshandeln wurde strenger überprüft als früher. Das äußerte sich u.a. in der Überprüfung von Planungsentscheidungen, bei   Kostenüberschreitungen (zB Renovierung Wasserturm), der verwaltungsinternen Organisations- und Personalplanung. In Zeiten der absoluten Regierung einer Partei, zumal dann, wenn die auch noch den Stadtdirektor/Bürgermeister stellte, war das völlig unmöglich.

Heute geht sogar in der Verwaltungsspitze manchmal das Wort um, dass es im Rat keine Opposition mehr gebe, sondern der ganze Rat in Opposition zur Verwaltung stünde.

Das ist sicher übertrieben. Aber in den vergangenen 5 Jahren wurde das kreative Potenzial aller von den Wählern gewählter Bürgervertreter ständig gefordert. Diejenigen, die dieser Forderung nachkommen wollten, konnten dies. Das war früher anders. Nur eine Partei hatte das Sagen und in diese Partei wurde regiert von denjenigen, die dort das Sagen hatten.

Dabei wissen wir ganz genau aus unserer deutschen Geschichte.

Nur eine Partei kann nicht immer recht haben.