Dornröschen in Epe

Jahrelang hat der Zwist zwischen den Stadtteilen Gronau und Epe die Entwicklung unserer Stadt belastet. Nicht selten hatte man den Eindruck, dass ein solcher Zwist in der Bevölkerung eigentlich gar nicht so sehr besteht, sondern dass er von interessierten Orts-Politikern künstlich am Leben gehalten wurde. In den letzten Jahren war dies aber fast kein Thema mehr.

Zuletzt noch bei der Neuordnung der Schullandschaft konnte man sehr deutlich spüren, das auch die Bevölkerung in Epe sich als Teil unserer gesamten Stadt fühlt und danach handelt.

Um bloß nicht missverstanden zu werden, uns liegt nichts daran, alte Disharmonien wieder zum Schwingen zu bringen. Aber wir sind auch nicht der Meinung, dass Epes Zukunft darin liegen kann,  die Schlafstadt von Gronau zu werden, wie manch ein Kommunalpolitiker gelegentlich mal bemerkt.

Es wird eine schwierige Aufgabe der kommenden Jahre werden, dem Ortsteil Epe zu einer weiterhin  angemessenen Bedeutung neben dem Ortsteil Gronau zu verhelfen. Wenn der neue Vorstandsvorsitzende der Germania Epe AG im Rahmen der Hauptversammlung der Gesellschaft in dieser Woche äußerte, in der Vergangenheit sei die Politik vor Ort wenig hilfreich gewesen, ist das wahr. Als Hindernis, ein Revitalisierungsprojekt  auf dem Gelände der Germania positiv zu begleiten, wurde die Absicht der Investoren gesehen, dort u.a. auch ein Nahversorgungszentrum zu errichten.

Wir waren und sind diesbezüglich anderer Meinung. Das ursprüngliche Einzelhandelskonzept der GMA wies jenseits der Dinkel eine Versorgungslücke auf. Heute soll das anders sein. Auch der Bereich auf der Sunhaar (Aldi, Penny, K & K) wird nicht als Nahversorgungszentrum eingestuft, sondern nur der Bereich an der Gronauer Straße (Lidl, K & K) mit der Folge, dass eine geplante Erweiterung des Aldi-Marktes auf der Sunhaar nicht positiv begleitet wird. Die GMA meint, dass das Zentrum gestärkt werden müsse, was heißt, dass dort ein Discounter errichtet werden sollte, statt den vorhandenen Standort zu stärken.

Wir sind der Ansicht, dass das nicht den Interessen des Ortsteils Epe entspricht. Drei Nahversorgungszentren sind nach unserer Auffassung nötig; denn sie sollen es den in ihrem Umfeld wohnenden Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, in einem angemessenen Radius alle Produkte des täglichen Bedarfs kaufen zu können. In Zeiten des demografischen Wandels mit einer mehr und mehr alternden Bevölkerung ist das auch richtig. Hinzu kommt, dass auch junge Menschen aufgrund starker beruflicher und/oder familiärer Beanspruchung oft darauf angewiesen sind, die Gegenstände des täglichen Bedarfs in der Nähe ihrer Wohnung kaufen zu können.

 

Dazu, zur Verwendung des Germania-Geländes und zum Charakter des Ortsteils Epe, der gegen einen in wenigen Jahren hoffentlich aufgewerteten Stadtteil Gronau bestehen kann, werden wir umgehend Pläne entwickeln müssen. Das Germania-Gelände spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir müssen alles uns Mögliche tun, damit dort keine Industrie-Ruine entsteht.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auf der Seite „Städtebauliche Entwicklung in Epe“.

Um dort hinzukommen, klicken Sie zunächst auf die Seite „Fraktion“. Dort können Sie lesen, was uns bewegte, als aus den ganz großen Plänen die sogar eine überwältigende Mehrheit im Rat erhielten (das  lesen sie hier ), nichts wurde außer einer Sanierung des inneren Ortskerns um die Kirche herum und ein befestigter Festplatz. Die vielen schönen Pläne, viel mehr zu tun, blieben bis heute in der Schublade.

Wir wollen sie wieder herausholen.

Schreibe einen Kommentar