Soziales Unternehmertum

…. Chance für alle

 

Viele meinen immer noch, eine gute Wirtschaftspolitik sei die beste Sozialpolitik. Lange Zeit hat auch die FDP dieses Dogma verkündet und etliche ihrer Funktionsträger verkünden es wohl heute noch weitgehend.

Wir müssen aber erkennen, dass auch als ökonomisch gelungen zu bezeichnende Weichenstellungen in der nationalen Wirtschaftspolitik (so zB die „Agenda“ des Gerhard Schröder) uns  nicht davor schützten, dass soziale Verwerfungen in der Gesellschaft entstanden.

Während es uns, volkswirtschaftlich betrachtet,  in Deutschland  gut geht, besser als in jedem anderen europäischen Land, ist gleichzeitig Tatsache, dass es bei uns auch immer mehr Menschen gibt, die von ihrem Arbeitseinkommen nicht leben können. Es ist Tatsache, dass ein modernes Sklaventum bereits sehr weitgehend Fuß gefaßt hat in unserer Gesellschaft. Menschen, die als Kurierfahrer für Paketdienste arbeiten, Beschäftigte bei Sicherheitsdiensten, in der Fleischindustrie und anderswo. Sie arbeiten zu einem erheblichen Teil für Hungerlöhne, die es ihnen kaum oder gar nicht möglich machen, mit diesem Verdienst ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wir müssen erkennen, dass in unserer Gesellschaft Menschen leben, die bis ins hohe Alter auf  Zuverdienste angewiesen sind, weil ihre Renten nicht ausreichen. Es werden immer mehr. Deshalb wirkt manche Rentendebatte, die auf Bundesebene geführt wird, als sei sie weit weg von der Lebenswirklichkeit.

Es gibt Menschen mit Lebensbiografien, für die es nicht möglich ist, in einem herkömmlichen Beschäftigungsverhältnis zu üblichen Arbeitszeiten zu werken, die aber dennoch nach Arbeit suchen, um nicht der Sozialhilfe anheim zu fallen.

Wir müssen erkennen, dass viele unserer sozialpolitischen Programme zur Unterstützung von Arbeitslosen und von Menschen mit Beschäftigungshandicaps  nicht greifen, weil sie entweder am Bedarf vorbeigehen oder mit den Anforderungen  in der Wirtschaft nicht in Übereinstimmung zu bringen sind.

Deshalb müssen wir auch vor Ort in der Lokalpolitik nach Lösungsmöglichkeiten suchen, statt nur auf andere Institutionen, Bund und Land zu verweisen. Ein Ansatz ist mit dem Stichwort „Soziales Unternehmertum“ verbunden.  Überlegungen dazu, die ursprünglich nur in der sogenannten „dritten Welt“ verortet waren, werden aufgrund des gesellschaftlichen Wandels in den westlichen Industriestaaten und zunehmend auch bei uns notwendig. Selbst die EU sieht darin mittlerweile eine Schwerpunktaufgabe.

Am Ende der jetzt vergangenen Ratsperiode hat die FDP-Fraktion einen diesbezüglichen  Antrag an den Rat gestellt, wesentlich mitgetragen von den Erkenntnissen einer kommunalen wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Praxis, weil auch diese teilweise am Bedarf vorbeigeht, teilweise nicht mehr zeitgerecht ist.

Der Rat hat in seiner letzten Sitzung der vergangenen Ratsperiode einstimmig beschlossen, dass die städtischen Gremien sich künftig dieses Themas vertiefend annehmen und nach lokalen Umsetzungsmöglichkeiten suchen sollen.

 

Für weitere Informationen klicken Sie bitte auf das Stichwort „Fraktion“ und dort dann auf die Seite „Soziale Unternehmungen“.

 

Ergänzend empfehlen wir Ihnen auch das Lesen weitergehender Informationen, die Sie    hier    durch einen Klick mit der linken Maustaste  abrufen können.

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