Zum Gedenken an die Grande Dame der deutschen Politik, die jetzt im Alter von 95 Jahren verstarb

Hamm-Brücher

Hamm-Brücher

Hildegard Hamm-Brücher wurde 1921 in Essen geboren. Als Halbjüdin von den Nazis diskriminiert, pflegte sie als junge Studentin Kontakt zum Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“. 1948 trat sie der FDP bei und wurde im selben Jahr als jüngste Abgeordnete in den Münchner Stadtrat gewählt.

Dort machte sie sich als Bildungspolitikerin einen Namen und blieb diesem Politikfeld später auch im Bayerischen Landtag und im Deutschen Bundestag treu. 1969 wurde sie  Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, 1976  Staatsministerin im Auswärtigen Amt. 1994 schlug die FDP sie für das Amt des Bundespräsidenten vor.

Hildegard Hamm-Brücher war eine leidenschaftliche Demokratin und Liberale mit festen Überzeugungen und der Kraft, unbequem zu sein – auch für ihre Partei. „Wir behalten sie als unabhängigen Geist und leidenschaftliche Liberale in Erinnerung.“ (Albert Duin)

Aus Protest gegen die antiisraelischen Äußerungen von Jürgen Möllemann verließ Hamm-Brücher 2002 die FDP, äußerte sich aber bis zuletzt als freischaffende Liberale regelmäßig zu politischen Fragen.

Mit Hamm-Brücher verliert auch die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit eine wichtige Wegbegleiterin über viele Jahrzehnte: Sie wurde unmittelbar nach der Stiftungsgründung 1958 in das Kuratorium berufen und gehörte ihm 35 Jahre lang an.

Der Stiftungsvorsitzende Wolfgang Gerhardt erklärte: „Die Stiftung für die Freiheit, deren Kuratorin sie war, hat ihr viel zu verdanken. Wir verabschieden uns nun schweren Herzens von Hildegard Hamm-Brücher. Wir werden sie nicht vergessen. Sie hat eine unglaubliche Lebensleistung für sich selbst, für ihre Familie und für die Bundesrepublik Deutschland erbracht. Dafür schulden wir ihr großen Dank.“

Quelle: Stiftung für die Freiheit